Zur Person

Linz, 1987

Manfred Hebenstreit gilt als Maler mit einem großen Spektrum von Themen und Techniken. Um einen neuen spannenden Dialog zwischen Farbe und Material entstehen zu lassen, tauscht er vielfach die Leinwand gegen Eisen, Holz, Aluminium oder Glas. Hebenstreit-Bilder haben hat einen hohen Wieder-Erkennungswert, sie liefern ein breites Feld für persönliche Assoziationen.

Der Künstler wechselt immer wieder ganz gezielt seine Stand- und Mal-Orte. Als Wanderer, Höhlenforscher oder Taucher bringt er von seinen Reisen eine Vielzahl an Fotos und Skizzen mit. Er inhaliert die typischen Farben und Formen eines Landstriches, saugt die dortige Atmosphäre ein und lässt dann markante Bruchstücke davon in seine Werke einfließen.

Im Tal der Sieben Mühlen…

liegt der Kunst-Kosmos Haargassen 1.

Direkt neben dem Naturschutzgebiet “Koaserin” wählte das Künstlerpaar Hebenstreit einen seit Jahren leer stehenden Hof als neuen Lebensmittelpunkt.
Der Westtrakt der Anlage wurde 2012 aus seinem langen Dornröschenschlaf wachgeküsst. Der ehemalige Stall mutierte zu einer Ausstellungshalle und direkt darüber entstand ein großes Sommeratelier. Hier überspannt eine offene Dachkonstruktion mit Oberlicht den fast 500 Quadratmeter großen Arbeitsplatz des Malers und nun herrschen perfekte Bedingungen für malerische Aktivitäten jeglicher Art - zumindest in der warmen Jahreszeit.

Der mittlere Teil des Vierseithofes wurde renoviert und zum Teil neu gebaut. Seit 2015 gibt es hier im Erdgeschoss ein Winteratelier und in der Ebene darüber einen von Licht durchfluteten loftartigen Wohnbereich: maßgeschneiderter Lebens- und Arbeitsplatz von Manfred, Billa und Jonas.

Die Welt als Gemälde

Hebenstreit-Bilder aus dem sonnigen kalifornischen Atelier sehen ganz anders aus als die dunklen Blümling-Serien, die im niedrigen Innviertler Holzhaus entstanden sind. Saftig-grüne Aquarelle aus Andalusien - Ausbeute eines Winters in Spanien - zeigen sich völlig unterschiedlich in Formensprache, Kolorit und Atmosphäre im Vergleich zu Arbeiten, welche unter dem Titel Oraj in Kroatien gemalt wurden. Diese Oraj-Bilder sind geprägt von der roten Erde Istriens und von weiten Panorama-Blicken auf das Meer.

Andere Beispiele für die befruchtende Wirkung der programmatischen Reisen Manfred Hebenstreits sind die “Arizona-Ortungen”. 2011 kehrte der Maler aus Amerika zurück, im Gepäck Fotos vom tiefen Rostrot der Red Rocks. Als Nachklänge der Expeditionen in Arizona bevölkerten sich seine Leinwände mit bizarren Formen aus der Natur, mit weiten Horizonten und Himmelserscheinungen der Painted Desert, mit Eindrücken vom Grand Canyon und Erinnerungen an die Rituale der Hopi.

Seit fast einem Jahrzehnt sind die von Indien inspirierten Bilder Teil der breit gefächerten Hebenstreit-Werkpalette. Ihr Kolorit in leuchtend warmen Farben mit einer fast überbordenden Formenvielfalt und der Einbeziehung von Blumen mag für Manche überraschend sein, doch auch hier ist ein direkter biografischer Bezug gegeben. Gleiches gilt für so unterschiedliche Bildergebnisse wie die Highland-Serien aus Schottland, für die Kandyan-Leinwände aus Sri Lanka oder die “Winterblüten, Sichtungen, Ausleuchten” und die vielen “Natur-Signatur”-Bilder, welche gespeist sind vom unmittelbaren Umfeld des Künstlers in Oberösterreich.